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Autoren stalken – ein Spiel auf Ciao?

Geschrieben am 3. April 2011 – 20:194 Kommentare

ciao bewertungen Autoren stalken – ein Spiel auf Ciao?Anknüpfend an den Artikel, den Ursula Prem zum Thema Cybermobbing gestern geschrieben hat, möchte hier die weitere Entwicklung festhalten. Denn auch, wenn es im Augenblick mich betrifft, so sind viele andere Autoren auch davon betroffen. Aus Angst wird das Thema totgeschwiegen und still gelitten. Damit aber bereitet man den Boden für genau diese Praktiken.

Es geht wie gesagt nicht darum, dass ein Buch von einem Leser für nicht gut befunden wurde und diese Meinung z.B. auf Amazon kund tut. Es geht vielmehr um das gezielte Mobben und Herabwerten eines Buches und einer Firma, die u.a. davon lebt, dass sie Bücher für den Druck aufbereitet.
Wer die Berichte zum Hintergrund dieses Artikels lesen möchte, findet hier die entsprechenden Links und Vorinformationen

Wie viele echte Leser werden sich wohl die Zeit nehmen, sich auf Bewertungsportalen anmelden und immer wieder auf dem selben Buch herumtrampeln? Und wie viele echte Leser würden mit zig Freunden im Gepäck, die das Buch gar nicht kennen, sich von eben diesen in ihrer Meinung bestätigen lassen? Ich glaube, keiner würde das tun, dem lediglich ein Buch nicht gefallen hat.

Mit einer der Artikelschreiberinnen namens Sendorra hatte ich Mailkontakt, da ich natürlich gern den Hintergrund der Aktion erfahren hätte. Als Antwort bekam ich eine Mail mit dem Absender Simone Derichsweiler, die mir lediglich empfahl, nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn ich keine Kritik ertragen könne. Eine überflüssige oberlehrerhafte Bemerkung, die für sich spricht.

Erpressung – ja – nein – oohh

Gestern dann stellte sich die Fortsetzung so dar, dass eine Frau „unwahrscheinlich“ einen neuen Artikel bei CIAO einstellte, der wie folgt schließt:
Zitat: Wenn mich Irgendjemand nach dem Inhalt des Buches fragt engagiere ich Moskau-Inkasso. Erschöpfte Grüße in den Bücherfrühling…
Hier nachzulesen

Als daraufhin ein“Lilamondgesicht“ nach dem Sinn der Rezension fragte, den dreiundzwanzig andere offensichtlich schon als „hilfreich“ verstanden hatten, wurde von „unwahrscheinlich“ ein Link zu youtube als Antwort eingestellt.
Der Link führt zu diesem Video:

Nachdem ich mir den Filmausschnitt angesehen hatte, dachte ich, ich sei in einem schlechten Krimi gelandet. Was sollte das sein? Erpressung? Moskau-Inkasso? Sollten all die Verrisse nur den Sinn haben, mich durch den Kaktus auf die Idee zu bringen, den Schreiberlingen Geld anzubieten, damit sie aufhören meinen Ruf zu schädigen?

Fragen über Fragen, zu denen ich sachdienliche Hinweise gern entgegen nehme, denn bei allem Verständnis dafür, dass nicht jedem jedes Buch gefällt … mit normalen Buchkritiken hat das alles nichts mehr zu tun. Zumal kein einziger dieser selbsternannten Rezensenten soviel Rückgrat hat, mit realname hinter seinen Verrissen zu stehen.

Unterm Strich ist meiner Meinung nach festzuhalten, dass
- auf CIAO ein Klickzirkel agiert, der von CIAO lt. Satzung nicht erlaubt ist.
- Artikelschreiber sich gegenseitig anfeuern, die schönsten Verrisse zu schreiben, was ebenfalls unlauter ist.
Interessant auch einer der letzten Kommentare auf der Internetseite von „Ein Buch lesen“, wo eine Tante „Emma“, unverhohlen verkündet:
Zitat: „Bei amazon überwogen bislang die positiven Bewertungen für das Buch, das kann sich jetzt ganz schnell ändern (so tickt Internet nun mal, schon mal vom Streisand-Effekt gehört?)“ und weiter: „Sie erweisen jedenfalls der Buchautorin einen regelrechten Bärendienst.“
Ist das jetzt eine Drohung oder eine Weissagung?

Nachsatz: Das Fräulein “unwahrscheinlich” fand übrigens diesen Satz in meinem Buch grottenschlecht:

“Gerüchte?” Olbers sah Siegbert fragend an. Der stocherte mit seinem Handstock im Schotter herum und malte einige Kreuze und Kringel hinein.”

Ihre Begründung:

Zitat: “ich würde in der Luft zerfetzt werden wenn ich so einen Sprachgebrauch bei Gericht pflegen
und damit versuchen würde einen Mandanten aus einer prekären Lage zu retten.”

Dazu nur: Frau “unwahrscheinlich”, wenn Sie Unterhaltungslektüre nicht von einer Gerichtsakte unterscheiden können, dann wage ich Ihre Kompetenz als Buchrezensentin doch anzuzweifeln. Übrigens heißt der nette Bestatter nicht Siegbert, sondern Sieberts. Und falls Sie zufällig Anja, also Cosmay noch sehen: Der Titel des Buches ist nicht Gestatten, mein Name ist Tod!”, sondern “Bestatten, mein Name ist Tod!”  Aber gut, sie sagte ja selbst, dass sie das Buch nicht wirklich gelesen hat …

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4 Kommentare »

  • [...] zu dieser Sache geäußert und wirft einige interessante Fragen auf. Lesen Sie ihren Beitrag hier: http://www.autoren-im-web.de/1602-autoren-stalken-ein-spiel-auf-ciao/ [...]

  • Renate sagt:

    Zweierlei Maß – Ein Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip

    Willkür nennt das Lexikon einen Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip.
    Ich bin erschüttert über dieses Ausmaß an Negativität der zitierten Kommentatorinnen, die ebenso Männer sein können, gegenüber einer Autorin, die ihre freie Meinungsäußerung in ihrem Buch interessierten Menschen zur Verfügung stellt. Diese zitierten “Meinungs-Ergüsse” der Kommentatorinnen/ Kommentatoren kann man wahrlich NICHT als FREI bezeichnen. Ist hier der Neid, Konkurrenzneid so groß, SELBST keine Literatur schreiben zu können – wie jeder Leser unschwer erkennen kann – oder selbst KEINE Cover zum Entwerfen oder Drucksachen in Auftrag zu bekommen?

    Willkür ist niemals “freie Meinungsäußerung”, sondern bricht dieses Recht. WARUM haben sie das nicht bei “Feuchtgebiete” gewagt?

    Ciao bewertet bei den zugelassenen Veröffentlichungen außerdem mit zweierlei Maß und DESHALB NICHT FAIR, passend dazu diese absolut unbekannten Kommentatoren.

    Als ich vor Monaten zu einem bereits veröffentlichten, kritischen Kommentar meinen eigenen aus eigener Erfahrung bestätigend dazustellte, LÖSCHTE Ciao beide mit fadenscheinigen Gründen, denn es handelte sich um eine bekannte Firma. Es sieht in meinen Augen dort alles nach inszenierten versteckten Verkaufsstrategien aus, wo fast jedes Mittel Recht zu sein scheint.

    COMMERCE geht vor Wahrheit, vor Ehrlichkeit, vor Objektivität und Sachlichkeit.
    Der Sprachprofiler Prof. DR. Raimund Drommel hätte gewiss Erstaunliches über diese Kommentatoren zu berichten.
    Frau Roth, an Ihrer Stelle würde ich diesen ganz besonderen Mann um Hilfe bitten. Gewiss sehr interessant dazu ist sein Buch: “Der Code des Bösen”.

    Es ist gut und wichtig, dass Sie diese unseriöse UNMENSCHLICHE Sache öffentlich machen, aber geben Sie bitte persönlich KEIN Herzblut darein.
    Vertrauen Sie den MENSCHEN, den Lesern, die ein Herz haben und sehr wohl Übel-Gemeintes von Ihrem echtem, EHRLICHEN Engagement – sichtbar verbunden mit Ihrer Freude an der eigenen, guten Arbeit – zu unterscheiden in der Lage sind.
    Sonnige Grüße.

    PS:
    WARUM Amazon das zulässt?
    Ich vermute, Sie haben die wahre Absicht NICHT bemerkt.
    DAS wäre ein breites Betätigungsfeld für die Schüler von Prof. Dr. Drommel.

  • Renate sagt:

    Gut zu wissen!
    Der Bundesgerichtshof hat in dieser Woche entschieden:
    Anonymität im Netz im Straffall schnell gelüftet

    Newsletter Internet World veröffentlichte am 28.Oktober 2011 unter:
    http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:behoerdenanfragen-bei-google-anonymitaet-im-netz-im-straffall-schnell-gelueftet/60121334.html

    Leitartikel
    Es ist der ultimative Hebel für Gerüchte und Falschinformationen: das Internet.

    Wer andere beleidigen oder verleumden will, geht am besten online.

    ABER: Anonymität im Netz im Straffall schnell gelüftet

    Anonym oder unter Fantasienamen lässt sich allerlei Unfug verbreiten und großer Schaden anrichten. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Inhalt Substanz hat. Und das Ganze ist fast risikolos. Allerdings auch nur fast.

    Der Bundesgerichtshof nämlich hat in dieser Woche entschieden,
    dass Betreiber von Internetplattformen auch für anonyme Blogeinträge Verantwortung tragen, selbst wenn die Betreiber mit ihren Servern im Ausland sitzen.

    Praktisch bedeutet das: Ein Unternehmen wie in diesem Fall Google muss beanstandete Inhalte auf Anfrage von Betroffenen prüfen und, wenn ein Rechtsverstoß erkennbar ist, tätig werden. Das heißt, es muss beim Blogbetreiber nachhaken – und gegebenenfalls auch Inhalte löschen.

    Damit wird zu Recht auch der faktische Verbreiter von Inhalten haftbar gemacht, nicht nur der Urheber. Ein Prinzip, das zum Beispiel schon lange für Presseerzeugnisse gilt. Es ist ein Beitrag zur Zivilisierung der Umgangsformen im Netz. Erst der Druck auf Unternehmen wird dazu führen, dass die ihre Verantwortung wahrnehmen.

    Die Sache hat aber zwei Seiten: Die Zahl der behördlichen Auskunfts- und Löschanfragen aus Deutschland bei Google ist gewaltig gestiegen. Allein im ersten Halbjahr 2011 fragten Behörden 1060-mal nach Nutzerdaten – ein gutes Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Das kann natürlich beunruhigen, weil Daten nicht mehr nur Unternehmen zur Verfügung stehen, sondern auch staatlichen Stellen.

    Damit bei der Durchsetzung des Gesetzes nicht übertrieben wird, müssen die Behörden hierzulande strikt auf die Einhaltung der Persönlichkeitsrechte achten, wenn sie die angefragten Daten auswerten. Zivilisierung darf nicht zu Überwachung werden.

    Mehr zum Thema
    BGH-Urteil Gericht nimmt Google bei Beleidigungen in die Pflicht

    http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:bgh-urteil-gericht-nimmt-google-bei-beleidigungen-in-die-pflicht/60120527.html

  • gcroth sagt:

    Vielen Dank, liebe Renate für Ihren Kommentar auf Autoren im Web
    Zu Ihrer Anmerkung:
    „PS:
    WARUM Amazon das zulässt?
    Ich vermute, Sie haben die wahre Absicht NICHT bemerkt.
    DAS wäre ein breites Betätigungsfeld für die Schüler von Prof. Dr. Drommel.“

    Das liest sich spannend und so, als würden Sie die wahre Absicht WOHL bemerkt haben.
    Würden Sie mich bitte einweihen? ;)