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Schlüsselfunktion Exposé

Geschrieben am 27. Januar 2010 – 16:354 Kommentare

erstelle ein Expose Schlüsselfunktion ExposéEin Autor, der sein Manuskript einem Verlag anbieten möchte, tut gut daran, sich an einige Regeln zu halten. Was in den meisten Fällen zu einer Absage führt, ist das unaufgeforderte Einsenden von kompletten Manuskripten. Wie aber gibt man sein Manuskript ab, damit es eine Chance hat?

Zunächst gilt es herauszufinden, welche Verlage ein grundsätzliches Interesse an Ihrem Manuskript haben könnten. Verlage, die sich auf Krimis spezialisiert haben, können Sie gleich aus Ihrer Liste streichen, wenn Sie ein Abenteuerbuch für Kinder geschrieben haben. Suchen Sie sich aus unserer Verlagsliste diejenigen aus, die Bücher ähnlichen Inhalts verlegen, wie das Ihre. Natürlich dürfen Sie Ihr Manuskript an so viele Verlage schicken, wie sie wollen. Sie sind ja noch an nichts gebunden.

Haben Sie Ihre Liste der infrage kommenden Verlage erstellt, dann nehmen Sie vorab Kontakt auf. Die Kontaktdaten finden Sie auf den jeweiligen Internetseiten. Rufen Sie an oder schicken Sie eine kurze Mail und fragen Sie, ob der Verlag zurzeit grundsätzlich Interesse an neuen Manuskripten hat. Teilen Sie mit wenigen Sätzen mit, worum es geht und bitten Sie darum, Ihr Manuskript zuschicken zu dürfen. Vergessen Sie nicht sich die direkte Anschrift geben zu lassen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass Sie vorab schon einmal wissen, an wen Sie Ihre Arbeit schicken müssen und dass Ihr Manuskript auf jeden Fall angesehen wird. Auf diese Weises sparen Sie eine Menge Porto, vergebliche Wartezeit auf Antworten und letztlich auch Enttäuschungen.

Fragen Sie bei Ihrem Erstkontakt, wie der Verlag das Manuskript erhalten möchte. Ob per Post oder per Email, ob auf dem Papier oder auf CD. Denn auch die Form der eingereichten Manuskripte entscheidet über Top oder Flop. Manch Manuskript, das vielleicht eine Superstory enthielt, ist nie über den Posteingang hinausgekommen, weil es einfach nicht in der gewünschten Form abgegeben wurde. Denken Sie immer daran, dass neben Ihrem, noch zig andere Manuskripte bei den Verlagen tagein tagaus auf den Schreibtischen landen. Je genauer Sie sich an die Vorgaben des Verlags halten, desto eher wird es auch gelesen. Es ist bei vielen Verlagen absolut ausreichend, einige Probekapitel zu liefern. Mehr wird auch niemand von Ihrem eingereichten Manuskript lesen. Denn zeigen schon die ersten Kapitel gravierende Schwächen, wird auch der Rest nicht mehr überprüft.

Was auf keinen Fall fehlen darf, ist eine kurze Autorenvita und ein Exposé.
Die Betonung liegt auf „kurz“. Auch wenn Sie ein spannendes oder gebeuteltes Dasein bereits hinter sich gebracht haben, stehlen Sie dem Lektor nicht mit langatmigen Schilderungen ihrer Daseinsberechtigung die Zeit. Er will Fakten und einen aussagekräftigen Anriss Ihrer Person.

Ähnliches gilt für das Exposé. Es soll auf keinen Fall Ihr Manuskript in ellenlangen Erklärungen wiedergeben. Schreiben Sie eine kurze Inhaltsangabe, aus der vor allem die Idee ihres Romans, und der Lösungsweg, der in ihm auftauchenden Probleme hervorgeht. Schreiben Sie auch, weshalb Ihr Buch für Leser von Interesse ist, in welchem Stil Sie Ihr Thema aufbereitet haben und weshalb Sie es so gemacht haben und nicht anders. Ein Exposé, das gut erarbeitet ist, umfasst Minimum vier und Maximum acht Seiten, auf denen die einzelnen Punkte übersichtlich angeordnet sind. Geben Sie sich bei der Erstellung des Exposés Mühe! Feilen Sie an dem Text, als wäre er schon Ihr nächstes Projekt. Es hat entscheidenden Einfluss darauf, ob Ihr Manuskript angesehen wird oder nicht!

Wenn Sie keine Auskünfte über die Form der Manuskriptabgabe vom Verlag erhalten haben, können Sie sich an die nachfolgenden Punkte halten:

Das sollte die Autorenvita enthalten:

  • Name, Geburtsdatum und Kontaktdaten
  • Ein kurzer tabellarischer Lebenslauf
  • Die wichtigsten Stationen Ihres Werdegangs als Autor (bzw. wenn Sie Quereinsteiger sind, Ihre vorherigen beruflichen Werdegang).
  • Aufzählung bisheriger Veröffentlichungen

Das sollte Ihr Exposé enthalten:

  • Arbeitstitel
    Den Buchtitel und evtl. Untertitel (die ebenso gründlich erarbeitet sein sollten, wie das ganze Buch)
  • Das Genre
    Handelt es sich um einen Roman, einen Krimi oder ein Fach- oder Sachbuch?
  • Die Inhaltsangabe
    Hier können Sie zeigen, was Sie können und das Interesse des Lektors gewinnen. Knapp und spannend den Handlungsstrang darstellen, den Weg zum Wende- oder Höhepunkt sowie die Auflösung. Ebenso gehört hier die Vorstellung des Helden (oder der Heldin) Ihrer Story sowie weiterer Figuren hinein, deren Charaktere Sie mit präzisen Formulierungen beschreiben. Erläutern Sie, welche Rolle, diese im Manuskript übernehmen. Eine Kapitelübersicht kann ebenfalls nicht schaden.
  • Weshalb dieses Buch gelesen werden wird:
    Erklären Sie überzeugend, weshalb Sie dieses Buch mit genau diesem Thema, auf genau diese Weise geschrieben haben. Und weshalb Sie sicher sind, dass andere Menschen dieses Thema genauso brennend interessiert wie Sie. Liefern Sie schlagkräftige Argumente für Ihr Buch, besonders dann, wenn es schon ähnliche Bücher auf dem Markt gibt. Was unterscheidet Ihre Story von anderen?

Druckfrischer Buchtipp zum Thema:
„Eposés sind das Fegefeuer für Autoren“, sagt Hans Peter Roentgen (Autor mehrerer Sachbücher und Coach für namhafte Autoren). Und weil das Exposé so enorm wichtig ist, hat er speziell zum Thema einen Schreibratgeber mit Beispielen und Tipps veröffentlicht:

Ein weiterer Schreibratgeber von H. P. Roentgen:

Ein Praxishelfer, der Autoren deutlich macht, weshalb ein professioneller Lektor nach spätestens vier Seiten weiß, ob das eingereichte Manuskript für eine Veröffentlichung geeignet ist oder nicht.

Weitere Infos gibt es u.a. auch hier:
Literaturcafe
Haus der Sprache
Romansuche

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