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Schreibblockade? – Weg damit!

Geschrieben am 4. Februar 2010 – 18:043 Kommentare

Schreibblockade 150x150 Schreibblockade?   Weg damit!Ein Dauerbrenner in den Diskussionen unter Autoren ist das Thema Schreibblockade. Was ist damit eigentlich gemeint? Wenn man sich nicht gerade die Hand verstaucht oder gebrochen hat, kann man körperliche Symptome als Grund wohl ausschließen.

Eine Schreibblockade äußerst sich dadurch, dass man zwar das Bedürfnis hat, zu schreiben, aber keinen sinnvollen Satz aufs Papier bringt. Wie ein lauerndes Tier kreisen die Gedanken um den Wunsch, endlich mit dem Schreiben zu beginnen, doch nichts geschieht. Halt, das stimmt nicht ganz. Es geschieht sogar eine ganze Menge. Viele Autoren beginnen damit, ihren Schreibtisch aufzuräumen, Zeitungen durchzublättern oder völlig andere Dinge zu erledigen, in der Hoffnung, dass während dieser anderen Arbeiten, die zündende Idee auftaucht. Manchmal funktioniert das, aber oft genug nicht. Die Stunden vergehen, der Frust wächst und die Blockade wird nicht ab- sondern weiter aufgebaut.


Keine Ideen?


Manchmal hat man eine Story im Kopf, findet aber den Einstieg nicht.
Ein anders Mal hat man einen tollen Einstieg, findet aber die Fortsetzung nicht.
Oft aber ist es auch völlige Leere und Ideenlosigkeit im Kopf, mit bestenfalls einigen schwammigen Ansätzen, die einen selbst nicht überzeugen.
Man sitzt vor dem Papier oder dem Bildschirm und wringt sein Hirn wie ein Handtuch, dass längst trocken ist. Eine elendige Quälerei, die man sich eigentlich nicht antun muss. Denn wenn man einmal in sich geht, weiß man im Grunde schon, dass der Tag mit all den kleinen Ablenkungen vorübergehen wird, ohne dass man auch nur eine einzige Zeile geschrieben hat.

Es ist eigentlich völlig egal, welche Gründe man sich sucht, weshalb es mit dem Schreiben an diesem oder jenem Tag nicht klappt. In dem Augenblick, in dem man beginnt nach Gründen zu suchen, sucht man schon nach einer Rechtfertigung, um sich selbst zu entlasten.


Was kann man tun, um aus einer solchen Blockade herauszukommen?


Ich sag Ihnen aus eigener Erfahrung: Das einzige Mittel ist Schreiben.
Halten Sie es mit Erich Kästner, dessen Spruch: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ mein persönliches Motto ist, das mich täglich begleitet. Und zwar auf allen Ebenen des Lebens.
Wenn Sie merken, dass sie wieder einmal in die Falle tappen und sich einreden, dass Sie eine Schreibblockade haben, dann vergessen Sie einfach alles, was Sie jemals über das Schreiben gelernt haben. Schieben Sie jede Form von Druck weit von sich. Nehmen Sie sich einen Stapel Papier und ihren Lieblingsstift, oder setzen Sie sich an den PC. Je nachdem wonach Ihnen eher zumute ist. Schalten Sie jede Ablenkung aus. Kein Radio, keine Musik, legen Sie den Telefonhörer neben das Gerät und sorgen Sie dafür, dass Sie 15 oder zwanzig Minuten absolute Ruhe für sich haben.
Sagen Sie sich: Ich schreibe jetzt.
Sinnvoller Text: unwichtig
Qualität: unwichtig
Thema: unwichtig
Interessanter Text: unwichtig
Lesbarkeit: unwichtig
Rechtschreibung: unwichtig
Grammatik: unwichtig
Wird der Text fertig?: uwichtig
Textaufbau: unwichtig

Es ist wirklich völlig gleichgültig, welche Einwände ihr Gehirn produziert, weshalb das, was Sie schreiben, vielleicht verschwendete Zeit und völlig nutzlos sein könnte: Vergessen Sie es sofort. Die Beschäftigung mit derartigen Gedanken bremst ihre Schreibkraft und meuchelt ihre Fantasie! Schreiben Sie einfach weiter. Ihnen fällt nur ein einziges Wort ein? Gut! Das ist ein Anfang. Schreiben Sie es auf. Schreiben Sie es zehnmal auf oder zwanzigmal, irgendwann werden sich weitere Wörter hinzugesellen. Feilen Sie auf keinen Fall an den Wörtern! Versuchen Sie nicht, ihnen einen Sinn zu geben! Lassen Sie Rechtschreibfehler stehen und korrigieren Sie sie nicht. Schreiben Sie einfach weiter. Niemand außer Ihnen wird dieses Geschriebene jemals zu Gesicht bekommen. Es dient einzig und allein dazu, die Sperren in Ihrem Kopf wegzuräumen. Schreiben Sie Banalitäten, Listen Sie Gegenstände auf, schreiben Sie über ihren Frust, über die Sinnlosigkeit ihres Textes oder was auch immer Ihnen in den Sinn kommt. Es geht ausschließlich um die Tatsache, dass Sie schreiben.


Regelmäßiges Training beugt „Schreibblockaden“ vor


Machen Sie diese Übung ruhig täglich. Sie werden schon am ersten Tag feststellen, dass der Schreibfluss wieder in Gang kommt. Und oft genug entwickelt sich aus anfänglich scheinbar sinnlos aneinandergefügten Wörtern, Sätzen und Gedanken eine kleine Geschichte oder eine neu Idee für eine bereits begonnene Story.

Es ist wie mit allen Dingen im Leben. Wer laufen will, muss laufen. Wer schreiben will, muss schreiben. Die ersten Schritte beim Laufen sind ebenso ziellos und unbeholfen, wie die ersten Sätze in einer solchen Schreibübung. Doch aus den ersten Schritten werden Wege und aus den ersten Sätzen werden Geschichten, Artikel und Bücher.

Wie gehen Sie mit Schreibblockaden um, haben Sie eigene Erfahrungen, um sie zu umschiffen? Lassen Sie es uns wissen!

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3 Kommentare »

  • Hannes sagt:

    Also das mag jetzt ein wenig komisch klingen, aber ich gehe einfach aufs Klo wenn ich am Schreibtisch sitze und nicht mehr weiterkomme bzw festhänge.
    Da kommt man kurz auf andere Gedanken und kann kurz darauf mit frischen Kopf noch mal an die Sache rangehen. Dann klappt es meist auch die kleine Hürde zu überwinden :)

  • gcroth sagt:

    Hallo Hannes!

    Ich glaube gar nicht einmal, dass das so ungewöhnlich ist. Jeder Autor entwickelt so seine kleinen Tricks und spürt irgendwann, an welchen Orten und bei welchen Tätigkeiten ihm die besten Ideen kommen. So eine „kleine“ Blockade lässt sich oft dadurch lösen, dass man einfach seinen Schreibtisch verlässt, und irgendetwas anderes macht. Dann präsentiert sich die Lösung des Knotens plötzlich wie aus dem Nichts. Nur wenn sich so eine Blockade über mehrere Tage hinzieht, macht es sicher Sinn, nach weiteren Techniken zu suchen, um wieder in den Schreibfluss zu kommen. :)

    Ich wünsche noch einen kreativen Tag!

  • Jack sagt:

    Hallo Gleichgesinnte!

    Wenn ich eine Schreibblockade habe, dann mache ich gerne das: in Mitleid versinken ;) Das kann Tage dauern, Wochen und was bringt es? Nichts!
    Daher habe ich mir in letzter Zeit einfach in das Hirn gesetzt, zu schreiben. Scheiße? Na und. Andere schreiben noch schlechter. Niemand wird es veröffentlichen wollen? King hat seine ersten Romane auch nicht veröffentlichen können. Hat es ihn weiter zu schreiben gehindert? Nein. Warum zum Teufel soll ich dann aufhören?
    Also, schreib, schreib und schreib. Jeden Tag, um dieselbe Uhrzeit, die gleiche Anzahl von Stunden. Irgendwann wird dein Körper wissen: Ah, Zeit zu schreiben. Und schon schreibt man.