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Sinn und Unsinn zu Buchwerbung mit Flyern

Geschrieben am 18. Februar 2010 – 12:575 Kommentare

Flyer Sinn und Unsinn zu Buchwerbung mit FlyernEine Idee, für Autoren im Selbstverlag, um günstig Werbung für ihre Bücher zu machen, fand ich neulich in einem Forum. Dort wurde vorgeschlagen, einen gemeinsamen Flyer mit Buchvorstellungen zu gestalten. Der Vorteil ist klar. Mehrere Autoren, die an verschiedenen Standorten sitzen, und diese Werbung dort verteilen, verbreiten das jeweils eigene Buch breitflächig. Die Buchwerbung per Flyer ist grundsätzlich eine gute Idee, bei der jedoch, wenn sie Erfolg haben soll, einiges beachtet werden muss.

Flyerwerbung kann nur wirken, wenn die richtigen Inhalte eine ausreichende Anzahl potenzieller Interessenten erreicht. So hat es wenig Sinn, wenn sich reine Belletristikautoren mit Sachbuchautoren zusammentun. Denn: Flyerwerbung braucht entweder eine Zielgruppe, wo sie in kalkulierbarer Auflage, auf den Punkt genau verteilt wird oder sie muss als Massenwerbung in großen Mengen gestreut werden. Für Sachbuchautoren ist Flyerwerbung wesentlich besser einzuschätzen, da sie in der Regel Anlaufstellen mit Interessenten kennen. Buchwerbung über eine gesunde Ernährung lassen sich in Sportvereinen, Arztpraxen etc. auslegen. Sucht in dem gleichen Flyer ein Autor mit einem Buch über Modelleisenbahnen seine Leser, wird dieser vermutlich weniger Erfolg haben. Das Gleiche gilt für eine bunte Mischung aus Sachbüchern und Belletristik. Hier bieten sich in erster Linie Buchhandlungen als Auslagefläche an. Das heißt, sie bieten sich natürlich nicht wirklich an, sondern werden um Erlaubnis gefragt.

Wichtig für eine effektive Flyerwerbung ist also zunächst, die Zusammenstellung, der sich beteiligenden Autoren mit Sicht auf die Zielgruppe. Danach wird ermittelt, welche Anlaufstellen Autoren haben, um die Flyer auszulegen und daraus wiederum kann man errechnen, wie viele Flyer der einzelne Autor benötigt.

Hierzu gibt es eine Faustregel, die besagt, dass auf 1000 ausgegebene Flyer 10 bis 15 % Verkäufe kommen. Wobei diese Regel natürlich produktabhängig ist und nach oben und unten schwanken kann. Wenn man das weiß, kann man sich ausrechnen, wie viele Flyer man braucht, um die Kosten für diese Werbeaktion durch Buchverkäufe abzudecken und einen Gewinn zu machen.

Die Faustregel bezieht sich natürlich auch auf einen Werbeflyer, in dem mehrere Autoren ihr Buch anbieten. Die Kunden, die sich letztlich ein Buch kaufen, entscheiden sich vermutlich nicht dafür, von jedem Autoren ein Buch zu kaufen, sonder bestenfalls ein oder zwei Bücher. Das bedeutet, dass die Chance, sein Buch an den Leser zu bringen noch einmal sinkt.

Selten kauft ein Leser mehr als ein oder zwei Bücher.
Wenn man das weiß, dann sucht man sich einen, höchstens zwei Kollegen, mit denen man eine durchdachte und informative Werbung in einem gemeinsamen Flyer kreiert.

Je handlicher ein Flyer ist, desto eher wird er akzeptiert.
Ein zu kleiner Flyer wird nicht gelesen, schon gar nicht, wenn jeder Autor noch eine Leseprobe oder weitere Infos neben seiner Buchabbildung unterbringen will. Ist der Flyer zu groß und unhandlich landet er schnell im Papiermüll. Es gilt also ein Format zu wählen, das auch die Menschen, die gerade mit Einkaufstüten bestückt durch die Straßen laufen, gern noch annehmen. Auf der anderen Seite darf ein Flyer nicht zu klein sein, damit er trotz vieler Informationen noch zum Lesen einlädt.

Der Mensch ist vergesslich und werberesistent
Im Klartext bedeutet das, dass eine einmalige Flyeraktion so gut wie keinen Gewinn bringt, und nach kürzester Zeit vom Verbraucher vergessen ist, wenn er sich den Flyer nicht ganz bewusst an seine Pinnwand hängt. Damit er das tut, könnte man seinen Flyer mit einem Gutschein oder einem Preisrätsel aufwerten. Noch besser ist es, wenn man gleich eine größere Menge Flyer drucken lässt, von denen in vierwöchigem Abständen, immer wieder einen Teil unter die Menschen gebracht wird.

Der Grundgedanke einer gemeinsamen Werbeaktion ist sicher löblich. Hinsichtlich Flyerwerbung verspricht er aber in diesem Fall mehr, als er halten kann. Jedenfalls für die zahlenden Autoren. Flyerwerbung sollte wirklich gezielt und themenspezifisch aufgezogen werden.

Gestaltung

Bei der Flut von Werbeflyern braucht es Erfahrung und gestalterisches Können, um einen Flyer so aufzubereiten, dass er dennoch aus der Masse hervorsticht. Unterschätzen Sie diesen Aspekt nicht. Natürlich kostet auch die Gestaltung durch einen Profi noch einmal Geld. Da aber gerade in dieser Branche Leistung und Preise enorm unterschiedlich sind, lohnt sich ein Vergleich auf alle Fälle. So kann es durchaus sein, dass Sie für die Gestaltung eine Preispanne zwischen 40,- bis 160,- €  Stundenlohn finden. Das Argument, Qualität habe seinen Preis, gilt hier nur bedingt. Denn Sie bekommen ja ein Angebot mit bestimmten Qualitätskriterien. Werden diese nicht erfüllt, ist weder ein hoher noch ein niedriger Preis gerechtfertigt.

Druck

Hinzu kommen die Kosten für den Druck, bei denen sich ein Vergleich ebenfalls lohnt „Qualitätsdruck“ und abfällige Bemerkungen über Billiganbieter, wie man sie manchmal von Unkundigen hört, sind keine Rechtfertigung für überzogene Preise. Gerade günstige Großdruckereien sind für Flyproduktionen bestens geeignet. Sie verfügen über modernste computergesteuerte Offset-Druckmaschinen, die höchste Qualität ausliefern, weil sie eben nichts anderes tun, als täglich Hunderttausende von Flyern auf 1-A-Bilderdruckpapieren drucken und keine unnötigen Kosten durch zeitraubende Maschinenumstellungen für unterschiedliche Druckaufträge anfallen. Eine Auflistung von verschiedenen Druckereien haben wir in einem extra Artikel zusammengestellt..

Verteilung

Um eine gewinnbringende Rücklaufquote zu erhalten, sind 5000 Flyer pro Autor eine realistische Menge. Mancherorts braucht man eine städtische Genehmigung um Flyer, z.B. in Fußgängerzonen, verteilen zu dürfen. Hat man nur wenige Anlaufstellen wie Buchhandlungen oder Praxen und Vereine, kann man das selber bewältigen. Doch es ist nicht jedermanns Sache mit Flyern die Fußgängerzone auf und ab zu laufen oder sie von Haus zu Haus zu verteilen. Als Orientierung kann man mit 40,- bis 50,- € pro 1000 Stck. Kosten rechnen, wenn man sie zum Beispiel mit der einer Regionalzeitung verteilen lässt. Hat man verlässliche private Verteiler, belaufen sich die Kosten auf 30,- bis 40,- € pro 1000 Stck.

Erfolgsaussichten

Je mehr Autoren mit unterschiedlichem Thema in einem Flyer vertreten sind, desto geringer ist die Chance für den einzelnen Autor, dass der Leser sich gerade für sein Buch entscheidet. Damit ist die Faustregel „10 bis 15 Prozent Verkäufe pro 1000 Flyer“ nicht mehr stimmig. Sie bezieht sich nämlich auf nur einen Anbieter pro Flyer.

Fazit

Flyerwerbung ist — wenn sie gut vorbereitet, thematisch interessant und zielgerichtet betrieben wird, eine effektive Sache. Sie sollte aber konsequent auf ein Produkt bzw. einen Anbieter gerichtet sein. Oder haben sie schon mal gesehen, dass verschiedene Discounter sich einen Flyer teilen, um Kosten zu sparen?

Gedanken zur Flyerwerbung und Tipps zur Onlinewerbung finden Sie auch im Blog von Marktschreyer.

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5 Kommentare »

  • [...] einem der letzten Artikel hatten wir die Autorewerbung mit Werbeflyern besprochen. Für den günstigen Druck von Flyern kann man ganz einfach auf Online Druckereien [...]

  • Till sagt:

    Habe immer gute Erfahrungen mit Flyerwerbung machen können.

  • Phööö sagt:

    Ich kann das irgendwie nicht nachvollziehen. Flyerwerbung landet bei mir zu 99% immer im Müll. Wenn man sich die herumliegenden Flyer auf Messen ansieht, dann zweifle ich ehrlich gesagt an der Medienwirksamkeit.

  • gcroth sagt:

    Genau das ist der Punkt, wo man sich überlegen muss, wen man mit dem Inhalt seines Flyers erreichen will und wo man seine Zielgruppe findet. Wenn 99 % im Müll landen, dann dürfte das 1% genau die Informationen enthalten, die Sie für interessant halten. Zielgerichtete Werbung ist eine Voraussetzung für den Erfolg jeder Werbeaktion.

  • Meine Erfahrungen mit Flyern sind eher positiv. Vor allem die Kosten sind überschaubar, zudem man mit der heutigen Computertechnik und entsprechenden Programmen viel selbst tun kann bis hin zum Drucken oder Kopieren.
    Etwas zurückhaltender beurteile ich die zu erwartenden Verkäufe pro 1.000 Flyer. Realistisch liegen sie wohl eher zwischen drei und fünf Prozent.
    PS