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Schreib doch einfach ein Kinderbuch!

Geschrieben am 27. Februar 2010 – 12:01Ein Kommentar

Kinderbuch schreiben 150x150 Schreib doch einfach ein Kinderbuch!Ein Buch für Kinder zu schreiben, hat das Flair, man könne mit wenig Aufwand, eine kleine Geschichte erzählen und schon sind die Kinder begeistert. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Kinder kritische und schonungslose Leser bzw. Zuhörer sind. Je jünger die Kinder, desto gewissenhafter, werden sie beim Vorlesen, ihre eigenen Erfahrungen mit den Geschehnissen in einer Geschichte vergleichen. Und jeder, der kleinen Kindern Bücher vorliest, kennt das: Es wird alles, was nicht verstanden wird nachgefragt. Kinder wollen das Geschehene verstehen und so kann es vorkommen dass, während man schon auf der nächsten Seite liest, eine Verständnisfrage zum Text der Vorseite gestellt wird. Kinderbücher vorlesen und Kinderbücher schreiben, beides ist eine Kunst, die große Sorgfalt voraussetzt.

Wenn Sie eine Idee für ein Kinderbuch haben, stellen Sie sich zuerst die Frage; „Für welche Altersgruppe will ich schreiben?“ Der Wortschatz der Kinder wächst mit den Jahren, und weil er individuell sehr unterschiedlich ist, gilt es jeweils die altersgemäße Sprache in der Geschichte zu verwenden. Wobei natürlich jedes Buch für Kinder wieder ein Anwachsen des Wortschatzes und Wortverständnisses mit sich bringen sollte. Kinderbücher werden deshalb in verschiedene Altersstufen eingeteilt. So gibt es die reinen Bilderbücher bis zum Alter von etwa zwei Jahren, dann kommen die größere Bilderbücher, die schon mit Wörtern und einfachen Texten bestückt sind und von Zwei- bis Fünfjährigen gern angesehen werden. Die ersten komplexeren Bücher werden für fünf- bis siebenjährige Kinder geschrieben. Danach kommen dann die Erstlesebücher für die Schulkinder. Diese Einteilung kann nur eine grobe Orientierung sein, da gerade Kinder, denen viel vorgelesen wird, sehr viel schneller auch zu komplexeren Büchern greifen.

Versuchen Sie nicht krampfhaft ein lehrreiches Buch zu schreiben. Wenn Sie ein Thema haben, das Kinder beschäftigt, das eine Lösung für Probleme anbietet, das lustig oder geheimnisvoll ist, ist das prima, aber legen Sie nicht zu viel Gewicht darauf, Kindern eine Lebensweisheit unterzujubeln. Kinder möchten in erster Linie eine fesselnde Story, mit der sie sich identifizieren können. Ihre Helden dürfen ruhig etwas mutiger sein als ein Durchschnittskind und auch Talente haben, die nicht jedes Kind hat. Lassen Sie sie aber nicht zu unglaubwürdigen Genies werden.

Gerade für die jüngsten Leser ist ein Bezug zur realen Welt wichtig, wenngleich auch sie fasziniert sind von Geheimnissen und Welten, in denen Unmögliches möglich wird. Denken Sie daran, wie grenzenlos die Fantasie spielender Kinder ist, können Sie da mithalten? Wenn ja, dann ist das schon eine Voraussetzung für Spaß und Spannung. Versuchen Sie nicht offensichtlich pädagogisch einzuwirken, Kinder merken das sofort und mögen das gerade in ihren Geschichten nicht. Bücher sollen für Sie eine Welt sein, in der die Erwachsenen einmal nicht allmächtig sind und ihnen ihre ständige Überlegenheit präsentieren.

Wer Kinderbücher schreiben will, tut gut daran, sich zunächst mit einem Stapel Kinderbücher zu bestücken und diese zu lesen und zu analysieren. Auch als Erwachsener spürt man schnell, welches Buch flüssig und spannend geschrieben ist. Versuchen Sie herauszubekommen, was ihnen an den Geschichten gefällt und was nicht. Fragen Sie auch Kinder, welche Bücher ihnen besonders gefallen haben und warum. Dann lesen Sie sie selbst und erspüren sie, was das Geheimnis des Autors ist, wie er seine Story aufgebaut hat, was seine kleinen Helden sympathisch macht, welche Charaktere er verwendet, wie er in die Geschichte hineinführt, Spannung aufbaut, Dramatik aufkommen lässt, wie seine Helden denken und sprechen und wie sie letztlich ihre Abenteuer bestehen. Achten Sie auch auf die Sätze, die nicht verschachtelt und kompliziert sein sollen. Kurz und knackig animieren sie zum Weiterlesen und erhöhen das Tempo der Geschichte. Auch spannende Szenen lassen sich so besser formulieren. Je nach Zielgruppe sollten auch die einzelnen Kapitel entsprechend kurz sein.

Kinder lieben Bilder — auch die größeren Leseratten. Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, schöne Zeichnungen zum Buch zu gestalten, dann sollten Sie das einplanen. Es müssen nicht zu jeder Szene Bilder vorhanden sein, doch je jünger die Leser, desto mehr Bilder sollte ein Kinderbuch enthalten.

Ein Manuskript in einem seriösen Verlag unterzubringen ist immer schwierig. Das gilt für Kinderbücher genauso. Denken Sie also bei der Abgabe unbedingt an die formelle Form und gestalten Sie das Exposé auffällig, ansprechend und aussagekräftig.

Natürlich können Sie auch ohne Verlagsanbindung ein Kinderbuch schreiben. Dafür eignen sich diverse Book on Demand Druckereien, die sowohl den Buchhandel beliefern, als auch kleinste Auflagen für eine begrenzte Leserschaft oder den Eigenbedarf drucken.

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