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Interview mit dem Verleger Roman Schmitt

Geschrieben am 19. April 2010 – 09:42Kein Kommentar

interview roman schmitt verlag Interview mit dem Verleger Roman SchmittRoman Schmitt ist gelernter Dipl. Psychologe und seit zehn Jahren Verleger des Roman Schmitt Verlag.

Wie kam es dazu, dass Sie sich dem Verlegen von Büchern zuwendeten?
RSV: Nachdem ich ca. eineinhalb Jahre lang vergeblich weit über 100 Agenturen und Verlage kontaktiert hatte und versucht hatte, ein Buchmanuskript von Gertrud E. Dehm, das mich sehr beeindruckt hatte, unterzubringen, entschloss ich mich, dies selbst in die Hand zu nehmen, gründete als „Verleger- Greenhorn“ den Roman Schmitt Verlag.

Wie viele Bücher veröffentlicht Ihr Verlag jährlich?
RSV: Es kann vorkommen, dass 3-4 Titel pro Jahr veröffentlicht werden, aber auch, dass es in einem Jahr keine Neuerscheinung gibt.

Welche Art Literatur wird in Ihrem Programm bevorzugt verlegt?
RSV: Der Verlag begann mit der thematischen Ausrichtung auf Selbstverwirklichung und mit Themen aus dem Fachgebiet Psychologie. Anfang 2010 habe ich mich entschlossen, zeitkritische Sachbücher zu veröffentlichen.

Gibt es Bücher, deren Veröffentlichung Sie ablehnen würden?
RSV: In der Regel muss ein Verlag ungleich mehr Bücher ablehnen, als er annehmen kann. Ich veröffentliche die Manuskripte, die mich „anfunken“ und mit deren Autoren die Wellenlänge stimmt.

Schicken Autoren Ihnen ihre Manuskripte zu oder arbeiten Sie mit Literaturagenturen zusammen?
RSV: Nachdem ich mehrfach versucht hatte, mit Literaturagenturen zu kommunizieren und keine Rückmeldungen kamen, beschäftige ich mich nicht mehr mit diesen.

Suchen Sie aktiv nach Autoren?
RSV: Autoren suche ich nicht, diese finden einfach den Weg zu mir oder ich zu ihnen. Dr. Sauder, von dem gerade das aktuelle Buch „Der Richard Sauder Bericht“ in deutscher und englischer Sprache („The Richard Sauder Briefing“) erschienen ist, war mir aufgrund seiner vorherigen Publikationen bekannt, als ich ihn in einem sozialen Netzwerk kennenlernte.

Wie wichtig ist ein Exposé, wenn Autoren Ihnen ihr Manuskript vorstellen?
RSV: Nicht übermäßig wichtig.

Lesen Sie alle Manuskripte selbst?
RSV: Ja.

Beschäftigen Sie Lektoren und Korrektoren?
RSV: Ja, auf Honorarbasis.

Jede Neuveröffentlichung ist mit Kosten verbunden und birgt ein hohes finanzielles Risiko. Woher weiß (oder hofft) ein Verleger, ob sich ein Buch verkaufen wird oder nicht?
RSV: Da kann man nur nach seinem Gefühl gehen.

Ist das Veröffentlichen in Ihrem Verlag für die Autoren mit Kosten verbunden?
RSV: Nein.

Sind Sie mit Ihren Büchern auf Messen vertreten?
RSV: Vor einigen Jahren war ich auf der Frankfurter Buchmesse an einem Stand präsent. Das war mit hohen Kosten, hohem Zeitaufwand und intensivem persönlichem Einsatz verbunden und hat wenig gebracht.

Welche Möglichkeiten haben Leser, Bücher aus Ihrem Verlagsprogramm zu bestellen?
RSV: Über den Verlag und im guten Buchhandel. Die meisten Bücher sind zudem bei amazon.de und im Internetbuchhandel erhältlich, die englischsprachigen Titel mittlerweile auch in Großbritannien, USA und Kanada.

Sind Sie selbst auch Autor?
RSV: Ich habe 4 psychologische Fachbücher/Ratgeber verfasst, die allesamt lieferbar sind.

Das E-Book ist zur Zeit in aller Munde, planen Sie, sich diesem Trend zuzuwenden und sowohl offline wie online Bücher herauszugeben?
RSV: Nachdem copyrightgeschützte Veröffentlichungen eines befreundeten Autors unrechtmäßig genutzt werden und im Internet zirkulieren, bin ich zur Zeit diesbezüglich zurückhaltend. Autoren und Verlag investieren Zeit, Mühe und Geld. Das können die wenigsten Zeitgenossen umsonst tun, dafür sollten sie honoriert werden.

Für Autoren ist natürlich nicht nur die Möglichkeit der Veröffentlichung interessant, sondern sie möchten auch wissen, wie ihre Arbeit bezahlt wird. Einige Verlage zahlen ihren Autoren eine einmalige Summe, andere wiederum machen die Honorare von den Verkaufszahlen abhängig. Wie macht es der Roman Schmitt Verlag?
RSV: Es erfolgt eine jährliche Honorarabrechnung auf Grundlage der verkauften Exemplare und des im Autorenvertrag vereinbarten Honorars.

Jedes neue Buch muss genau wie ein anderes brandneues Produkt beworben werden. Übernimmt Ihr Verlag die Organisation von Lesungen, Pressemeldungen?
RSV: Das machen wir bei Bedarf, jedoch nicht mehr so systematisch wie früher.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem klassischen Buchhandel? Ist es schwierig, Buchhändlern ein neues Buch schmackhaft zu machen, damit sie es ins Verkaufsprogramm nehmen?
RSV: Der Buchhandel ist nach meiner Erfahrung:
1. Ein überkommenes, verkrustetes System, weitgehend abhängig von Verlags-Großkonzernen und deren Titeln und wenig offen für neue Titel von noch nicht bekannten Autoren. Erfreuliche Ausnahmen gibt es.
2. Zunehmend beherrscht von großen Buchhandelsketten, die beeinflussen und vorschreiben, welche Themen und Autoren verkauft werden.

Haben Autoren die Möglichkeit, den Verkaufsrang einzusehen, um eventuell selbst gezielt zusätzliche Werbemaßnahmen zu ergreifen?
RSV: Das ist sehr willkommen.

Ihren Verlag gibt es seit zehn Jahren, hat sich die Finanzkrise auch auf dem Buchmarkt bemerkbar gemacht?
RSV: Bei uns kaum.

Das aktuelle Buch „Der Richard Sauder Bericht“ beschäftigt sich mit der Aufdeckung skandalöser Vorgänge im politischen und militärischen Bereich. Sie wollen sich verstärkt auf die Herausgabe zeitkritischer Werke in englischer und deutscher Sprache konzentrieren. Was war der Auslöser für diese Entscheidung?
RSV: Ich habe erkannt, dass die bisherigen klienten- und lobbygelenkten Medien etliche Themen verschweigen oder verfälschen. Global betrachtet, wenden sich deshalb die Menschen millionenweise von den oft genug betrügerischen “offiziellen” Nachrichtenquellen ab und wählen unabhängige Medien und glaubwürdige Autoren um sich zu informieren, denn die Wirklichkeit sieht ganz anders aus, als man der Öffentlichkeit weismachen will. In dieser historischen Periode des umfassenden Wandels möchte ich zur Befriedigung der außerordentlich schnell wachsenden Nachfrage nach echten Informationen beitragen, welche die am bisherigen Paradigma orientierten gelenkten Medien offensichtlich nicht befriedigen wollen, können oder dürfen.

Vielen Dank Herr Schmitt, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview mit „Autoren im Web“ genommen haben. Können Sie den Jung- oder Neuautoren noch einige praktische Tipps zur Manuskripteinreichung bei Verlagen mit auf den Weg geben?
RSV: Für mich war das „Handbuch für Autorinnen und Autoren“ von Sandra Uschtrin, das im Mai 2010 als 7. Neuauflage erscheint, eine wertvolle Informationsquelle.

Kontaktdaten Roman Schmitt Verlag
Baron-Kurt-Str. 20
74592 Kirchberg
Tel.: 07954-925545
Fax: 07954-925545
Roman_Schmitt@gmx.de

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