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Ein Buch gestalten mit Word – Teil III

Geschrieben am 26. Mai 2010 – 16:19Kein Kommentar

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Zu Teil II

Sehen Sie sich verschiedene Romane an, die Sie in Ihrem Bestand haben. Wie sehen die Seiten aus, gefällt Ihnen ein Layout besonders? Fallen Ihnen Unterschiede auf? Überlegen Sie, wie Ihr Buch aussehen soll, und orientieren Sie sich an Buchgestaltungen, die sich bewährt haben.

Welche Schrift eignet sich für meinen Roman?

Vermutlich haben Sie sich mittlerweile für eine Schrift entschieden. In unserem Beispiel benutze ich die Garamond und weil es sich um einen Roman handelt, wähle ich den Schriftgrad nicht zu klein. Zwischen 10 und 12 Punkt ist die übliche Schriftgröße. Den Zeilenabstand gibt Word zunächst automatisch vor, er kann aber – wenn notwendig und sinnvoll – angepasst werden.

Umfangreiche Manuskripte bei Books on Demand problematisch

Ich weiß von einigen Autorenkollegen/ -Kolleginnen, dass ihre Romane locker über 300 Seiten umfassen. Hier tauchen jetzt die ersten Probleme auf, die sich mit Word nicht zufriedenstellend beheben lassen. Texte in Word-Manuskripten werden oft unnötig auseinandergetrieben. Sowohl zwischen den einzelnen Wörtern, als auch zwischen den Buchstaben. Das wirkt sich nicht nur optisch unschön aus, sondern „frisst“ tatsächlich eine Menge Platz, ohne dem Aussehen des Textes zugutezukommen.

Mit einem professionellen Satzprogramm wie InDesign oder QuarkXpress, lässt sich das vermeiden. So habe ich einige Male aus Büchern, die mit Word gesetzt waren, eine neues Layout erstellt, bei dem ich problemlos 40-50 Seiten eingespart habe, und der Text zudem noch optisch gewonnen hat. Für den Verkauf eines Buches im On Demand Verfahren, spielt die Seitenzahl nun mal eine größere Rolle, als ein Buch, das in großer Auflage im Buchdruck hergestellt wird.

Eine gute Alternative zu den klassischen Satzprogrammen
bietet übrigens das kostenlose Scribus, das es sowohl für Windows- als auch für Mac-User gibt. Wer bisher nur mit Word gearbeitet hat, sollte sich Zeit nehmen, um sich ausgiebig damit zu beschäftigen und nicht den Fehler machen, die beiden Programme von ihrer Arbeitsweise her miteinander zu vergleichen.

Wie verbessere ich das Layout mit Word?
Dennoch kann man dieses Problem auch mit Word beeinflussen, in dem man die Laufweite der Schrift verändert. Klingt erstmal gut, funktioniert aber in der Regel nicht wirklich befriedigend, da manche Buchstaben viel zu eng nebeneinanderstehen und andere wiederum zu weit. Zuweilen vergrößert sich sogar der Wortabstand noch. Hier wieder der Tipp von mir: einfach ausprobieren, spielen mit den Einstellungen und so herausfinden, was sich wie auswirkt. Sie arbeiten ja immer noch mit einer Kopie Ihres Textes, sodass eigentlich nichts schief gehen kann.

Laufweite der Schrift verändern
Sie finden die Funktion unter dem Menüpunkt
Format“ → Zeichen → Zeichenabstand → Laufweite.

Silbentrennung
Die Silbentrennung können Sie an- und ausschalten sowie mit der Eingabe eigener Maße verändern:
Extras→Sprache →Silbentrennung

Zusätzlich steht eine erzwungene Trennung zur Eingabe über die Tastatur zur Verfügung:
Drücken Sie Strg + Trennstrich. Es erscheint ein kleines Häkchen an der Stelle, an der im Druck die Silbentrennung erfolgt.

Trennungen vermeiden
Um unschöne Trennungen z.B. bei der Angabe von Maßen, Titeln oder Zeiten zu verhindern, fügen Sie statt einer Leertaste einen Festabstand oder geschütztes Leerzeichen ein. Klingt kompliziert, ist aber mit den Tasten Strg + Shift + Leertaste schon erledigt.
Mit all diesen Einstellungen ist es möglich, den Text auch mit Word so zu formatieren, dass er angenehm lesbar ist.

Einzüge und Absätze im Buch
Eine weitere Frage, die oft gestellt wird: Wie gehe ich mit Absätzen und Einzügen um?
Wenn ich einen Streifzug durch meine Bücherregale mache, dann finde ich so ziemlich alles, was möglich ist. Bücher mit Einzügen bei jedem neuen Absatz, Bücher ohne Einzüge, bei denen lediglich die Kapitel durch eine zusätzliche Leerzeile voneinander getrennt sind oder auch Bücher, in denen sich sowohl Einzüge als auch geringe Abstände zwischen Absätzen finden. Als kreativer Mensch werde ich mich hüten und hier ein Dogma aufstellen. Entscheiden Sie sich einfach für eine Variante, die Ihnen gefällt, die der Lesbarkeit zugute kommt und die Sie dann aber auch konsequent im gesamten Buch anwenden. Beispiel für einen automatischen Einzug bei jedem neuen Absatz:

Automatische Einzüge und Absätze mit Word erstellen:
Markieren Sie den gesamten Text, öffnen sie das Menü Format →Absatz →Einzüge und Abstände und geben Sie unter →Sondereinzug ein: Erste Zeile 3 mm.
Im gleichen Menü können Sie festlegen, ob Sie Abstände zwischen den Absätzen einfügen möchten und wie groß diese sein sollen. Hier heißt es wieder: ausprobieren. Wenn Ihr Manuskript sehr groß ist, bietet es sich natürlich an, ohne zusätzliche Abstände zu arbeiten.
© gcroth

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