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Kann ich als Autor in die Künstlersozialkasse?

Geschrieben am 17. Juli 2010 – 14:413 Kommentare

Autoren in Künstlersozialkasse 150x150 Kann ich als Autor in die Künstlersozialkasse?Freie Autoren verfügen selten über ein regelmäßiges Einkommen und noch weniger über einen Arbeitgeber, der sämtliche Sozialabgaben pünktlich jeden Monat abführt. Sie müssen sich zum Beispiel selbst um ihre Krankenversicherung kümmern.

Was viele Texter und Autoren nicht wissen: Auch sie können sich über die Künstlersozialkasse (KSK) versichern. Die Aufnahme in die KSK sorgt dafür, dass Renten-, Pflege- und Krankenkassenbeiträge gezahlt werden.

Über die KSK können sich alle versichern lassen, die künstlerisch, publizistisch im Hauptberuf und selbstständig tätig sind. Dazu gehören Autoren, Journalisten, Redakteure genauso wie Schauspieler und Musiker etc. Welche Voraussetzungen Sie mitbringen müssen, ob Ihre Familie mitversichert ist, welche Leistungen erbracht werden und viele weitere Fragen, beantwortet die KSK auf ihrer Internetseite.

Für Mitglieder in der KSK werden die Beiträge einkommensabhängig berechnet. Was viele allerdings ebenfalls nicht wissen: Wer als freier Künstler oder Autor seinen Kunden Rechnungen schreibt, der sollte darauf hinweisen, dass er über die KSK versichert ist. Denn für die Kunden bedeutet das, dass sie sich finanziell an den Kosten der KSK beteiligen müssen. Ca. 5 % des Rechnungsbetrages müssen Kunden, die Aufträge von „Freien“ erledigen lassen, an die KSK zahlen und zwar jährlich bis zum 31. März.

Information an Auftraggeber: keine Pflicht – aber ratsam.

Man ist zwar als Autor nicht verpflichtet, seine Auftraggeber darauf hinzuweisen, sollte dies aber im Rahmen einer vertrauensvollen und ehrlichen Zusammenarbeit tun. Weiß ein Auftraggeber nichts von dieser Regelung, könnte es ihn ziemlich verärgern, wenn die KSK eines Tages auf seiner Matte steht und Nachzahlungen im vierstelligen Bereich fordert, mit denen er nicht gerechnet hat.

„Wird schon schief gehen.“ würde ich in diesem Fall nicht raten, denn die KSK prüft nach und nach alle Unternehmen auf ihre Zusammenarbeit mit freien Selbständigen, die über sie versichert sind. Im schlechtesten Fall können Nachzahlungen von bis zu 5 Jahren rückwirkend fällig werden. Ob von der Seite in dem Fall noch Aufträge folgen werden?

Also, weisen Sie Ihre Auftraggeber besser darauf hin, vielleicht mit einer kleinen Zeile auf der Rechnung, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Alle wichtigen Informationen über die KSK finden Autoren wie auch Auftraggeber auf der Internetseite der Künstlersozialkasse . Dort gibt es auch sämtliche Formulare zum download.

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3 Kommentare »

  • Carolin sagt:

    Hallo,
    Unternehmen müssen die KSK-Abgabe nicht nur auf die Rechnungen von KSK-Versicherten zahlen, sondern auf ALLE Rechnungen von freien Künstlern und Publizisten. Deren Versicherungsmodalitäten tun nichts zur Sache – was auch richtig ist, da KSK-Versicherte sonst einen Wettbewerbsnachteil hätten.
    Siehe dazu auch:
    “Die Künstlersozialabgabe ist auf alle Entgelte ( z. B. Gagen, Honorare, Tantiemen ) zu zahlen, die an selbständige Künstler oder Publizisten gezahlt werden. (…) Es spielt für die Abgabepflicht keine Rolle, ob der Künstler oder Publizist in der Künstlersozialversicherung versichert ist oder nicht.” (http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/faqfuerunternehmenundverwerter.php)

  • Söcker sagt:

    Vielen Dank Carolin, für diese wichtige Ergänzung!

  • Heike sagt:

    Hallo,
    auch ist es dabei völlig unerheblich, ob der Autor / Texter normalerweise angestellt ist oder im steuerlichen Sinne selbständig. Sobald er nicht im eigenen (d.h. dem verwertenden) Unternehmen angestellt ist, gilt er als selbständig und die an ihn gezahlten Entgelte müssen der Künstlersozialkasse gemeldet werden.

    So hat es mir die KSK schriftlich bestätigt.

    Viele Grüße
    Heike